Kommandozeile

Die Kommandozeile

Die Kommandozeile, auch Terminal oder Shell genannt, ist eine textbasierte Schnittstelle zum Betriebssystem und anderen Programmen. Bevor sich grafische Oberflächen wie Microsoft Windows, MacOS oder das X-Window-System unter Linux im Consumer-Bereich durchsetzten, war es sogar die einzige Schnittstelle, über die mit dem Computer interagiert wurde. In der heutigen Zeit wird die Kommandozeile vor dem Otto-Normal-User weitgehend versteckt, ist jedoch weiterhin auf allen modernen Rechnern vorhanden. Auch gibt es weiterhin Computersysteme, die ausschließlich über das Terminal administriert werden, beispielsweise viele Linux-basierte Webserver. Auf “normalen” PCs wird dieses mächtige Werkzeug nur noch von Computerexperten und erfahrenen Anwendern häufig und gerne genutzt. Moment, Computerexperten? Das sind ja Sie 😃.

Tatsächlich wird im Folgenden davon ausgegangen, dass Sie wissen, was mit der Kommandozeile (dem Terminal, der Shell…) gemeint ist, und dass Sie zumindest grundlegend damit umgehen können. So wird z.B. die Versionsverwaltung Git in aller Regel mit der Kommandozeile verwendet.

An dieser Stelle ist es leider nicht möglich, erschöpfend auf die Möglichkeiten des Terminals einzugehen. Ein paar grundsätzliche Befehle sollten Sie jedoch schon kennen, insbesondere um im Dateisystem zu navigieren. Befehle werden als Text in das Terminal eingegeben, und mit Enter bestätigt. Je nach Betriebssystem gibt es da teilweise deutliche Unterschiede, wobei sich die Terminals von MacOS und Linux sehr ähnlich sind, und daher im Folgenden auch zusammengefasst werden.

Microsoft Windows

Starten der Kommandozeile

Drücken Sie die Tastenkombination Win + R, geben Sie in das erscheinende Fenster cmd ein und drücken Sie Enter. Sie können auch im Startmenü nach “cmd” suchen, in dem Fall ist es möglich, über Rechtsklick -> “Als Administrator ausführen” eine Kommandozeile mit Admin-Rechten aufzurufen (brauchen wir hier in der Regel nicht).

Es gibt als Alternative zu cmd.exe noch die PowerShell, auf diese gehen wir hier jedoch nicht ein.

Besonders wichtige Befehle

Das Windows-Terminal zeigt immer direkt vor dem Prompt den gesamten Pfad des Verzeichnisses an, in dem Sie sich aktuell befinden. Ein paar wichtige Befehle, die Sie einmal ausprobieren sollten:

  • dir: Zeigt den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an
  • dir C:\Windows\System32\c*.exe: Zeigt alle .exe-Dateien an, die im Verzeichnis “C:\Windows\System32” liegen, und mit “c” beginnen
  • D:: Wechselt zum Laufwerk “D”
  • mkdir <Verzeichnisname>: Erstellt ein neues Verzeichnis
  • cd <Verzeichnisname>: Wechselt in das angegebene (Unter)verzeichnis
  • cd ..: Wechselt in das übergeordnete Verzeichnis
  • echo %PATH%: Gibt den Inhalt der Systemungebungsvariable “PATH” aus. Die hier aufgelisteten Verzeichnisse werden nach ausführbaren Dateien mit diesem Namen durchsucht, wenn der eingegebene Befehl nicht erkannt wurde, und sich im aktuellen Verzeichnis kein entsprechend benanntes Programm befindet. Beispielsweise enthält der Ordner “C:\Windows\System32” die ausführbare Datei “calc.exe”. Da sich dieses Verzeichnis in “PATH” befindet, können Sie, unabhängig von dem aktuellen Verzeichnis, “calc” eingeben, und die Datei wird ausgeführt. Probieren Sie es mal aus :-).

Linux und MacOS

Starten der Kommandozeile

  • MacOS: Drücken Sie die Tastenkombination Command + Space um Spotlight aufzurufen, tippen Sie “terminal” ein und drücken Sie Enter.
  • Linux: Wenn Sie Linux-Nutzer sind, haben Sie wahrscheinlich längst eine individuell angepasste Lieblings-Shell, und nur aus Belustigung bis hierher gelesen. Falls nicht, nutzen Sie wahrscheinlich Ubuntu. Drücken Sie die “Super”-Taste, tippen Sie “terminal” ein, und schauen Sie, was Ihnen angeboten wird.

Wichtige Befehle

Das Mac-Terminal und die verschiedenen Linux-Terminals zeigen in der Regel nur den aktuellen Verzeichnisnahmen ohne Pfad vor dem Prompt an. Im Falle des Home-Verzeichnisses wird dieser sogar noch abgekürzt durch eine Tilde (”~“) dargestellt. Ein paar wichtige Befehle, die Sie einmal ausprobieren sollten:

  • ls: Zeigt den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an
  • ls -lh: Zeigt den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an, inklusive verschiedener Eigenschaften (“l” für “long”), wobei die Dateigrößen nicht als Byte, sondern menschenlesbar dargestellt werden (“h” für “human-readable”)
  • ls -a: Zeigt den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an, inklusive versteckter Dateien
  • mkdir <Verzeichnisname>: Erstellt ein neues Verzeichnis
  • cd <Verzeichnisname>: Wechselt in das angegeene (Unter)verzeichnis
  • cd (ohne Parameter): Wechselt in das eigene Home-Verzeichnis
  • cd ..: Wechselt in das übergeordnete Verzeichnis
  • pwd: Zeigt den gesamten Pfad des aktuellen Verzeichnisses an
  • echo $PATH: Gibt den Inhalt der Systemumgebungsvariable “PATH” aus. Die hier aufgelisteten Verzeichnisse werden nach ausführbaren Dateien mit dem entsprechenden Namen durchsucht, wenn der eingegebene Befehl nicht erkannt wurde.